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Die Pfarrei Weiswampach
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 Die Pfarrei Weiswampach gehörte, was Alter und Ausdehnung anbelangt, zu den wichtigsten Pfarreien des ganzen Öslings. Über ihre Gründung ist nichts Sicheres bekannt, außer daß ihr Territorium seit ältesten Zeiten zur früheren Reichsabtei Prüm gehörte. Die Pfarrei Weiswampach war eine sogenannte Mutterpfarrei. Laut einem Verzeichnis von 1767 gehörten 10 Ortschaften zu ihr: außer dem Hauptort Weiswampach mit der Pfarrkirche, noch die Ortschaften Holler, Binsfeld, Breitfeld, Massen bei Ulflingen (Troisvierges), Lieler, Wilwerdingen, Malscheid (heute Belgien), Beiler und Leithum. Ab 1806 entstanden aus diesem einen alten Pfarrbezirk 5 andere Pfarreien, so daß die Ortschaft Weiswampach seit 1876 nur noch für sich allein eine Pfarrei bildet. Die Pfarrkirche Bedingt durch die Baufälligkeit der alten Kirche wurde im Jahre 1734 der Bau eines neuen Gotteshauses in Angriff genommen. Zwei Jahre später, 1736, hatte Baumeister Jakob Reisdorf den Neubau soweit vollendet, daß er zum Gottesdienst benutzt werden konnte. Konsekriert wurde die neue Kirche jedoch erst im Jahre 1744. Dieser Bau ist das noch heute bestehende Schiff der Pfarrkirche. Dem wurden 1870 ein neues Chor mit Sakristei und 1880 der Glockenturm angebaut. Aus der früheren Pfarrkirche ist leider nur der Hauptaltar im Barockstil erhalten. Die beiden Seitenaltäre und der Predigtstuhl, ebenfalls im Barockstil, mußten bei einer Restaurierung des Chores im Jahre 1922 weniger kunstvollem „Ersatz" Platz machen. Im Visitationsprotokoll von 1604 wird die Pfarrkirche „Ecclesia Beatae Mariae" genannt und ist also der Muttergottes geweiht. Hauptpatron der Pfarrei ist jedoch der hl.Johannes von Nepomuk, dessen Statue die Zentralfigur des Hauptaltares ist. Der hl. Johannes von Nepomuk war, laut Inschrift seines Grabes im Dom zu Prag, „..Domherr dieser Kirche und Beichtvater der Kaiserin. Wegen der treuen Bewahrung des Beichtgeheimnisses ward er von Wenzel IV. , König von Böhmen (und Herzog von Luxemburg) zuerst gefoltert und dann von der Moldaubrücke in das Wasser geworfen, im Jahre 1383." Jeweils rechts und links vom Hauptaltar stehen die Statuen der beiden Nebenpatrone: des hl. Donatus, dargestellt als römischer Soldat, Schutzheiliger gegen Blitz und Ungewitter, und des hl. Bischofs Eligius, Patron der Schmiede, Schlosser und Goldarbeiter, der mancherorts aber auch gegen Pferdekrankheiten angerufen wurde. Ein dritter Nebenpatron ist der hl. Sebastian, ein Hauptmann der kaiserlichen Leibwache, der unter Kaiser Diokletian den Märtyrertod erlitten hat und früher als besonderer Beschützer gegen die Pest und ansteckende Krankheiten angerufen wurde. Die Pfarrkirche von Weiswampach, umgeben vom Friedhof, liegt am Ende eines Zungenausläufers, auf massivem Fels erbaut, und erinnert unweigerlich an das Wort Jesu in Matthäus 16,16: „...auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen, und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen." Seelsorger der Pfarrei Weiswampach ist Pfarrer Michel Meyer. Das Gotteshaus ist tagsüber ganzjährlich geöffnet und lädt zum Verweilen im Gebet ein. Die Pfarrgemeinde versammelt sich am Samstag um 18:30 Uhr zur Messe. Weitere Auskünfte findet man im Pfarrbrief, am Anschlagbrett im Eingang der Kirche oder bei Pfarrer Michel Meyer, 17 rue de Binsfeld, in L-9912 Troisvierges (Telefon 99 80 85 / Fax 26 95 80 65 )
 Mit dem Abschluss des Baus der Pfarrkirche 1857 löste sich Beiler aus der Pfarrei Weiswampach. Beiler wurde eine eigenständige Pfarrei, Leithum wurde ihre Filiale. Die Kirche wurde der Heiligen Odila geweiht, der erste Patron ist der Heilige Valentin. Der Bau der Kirche entspricht einem typisch ländlichen Stil, man kann ihn nicht romanisch, gotisch oder barock nennen. Das Innere der Kirche ist erfüllt von dem prächtigen, restaurierten Hauptaltar. Seelsorger der Pfarrei Beiler/Leithum ist Pfarrer Michel Meyer.
 Schon im 15ten Jahrhundert gab es eine Kapelle in Binsfeld. Die zunehmende Bevölkerungszahl und der schlechte bauliche Zustand zwangen die Gemeindeverwaltung 1888 jedoch, eine neuere, grössere Kirche zu bauen. Die Pläne zum Bau wurden 1892 abgeschlossen. Die Kirche wurde am 20. Mai 1894 der Heiligen Dreifaltigkeit geweiht. Der erste Patron ist der Heilige Antonius, der zweite der Heilige Hubertus. Die Kirche wurde im neogotischen Stil gebaut. Die Altäre stammen noch aus der ersten Kapelle, im barocken Stil von Nicolaus von Neuerburg hergestellt. Der Hauptaltar zeigt die Heilige Dreifaltigkeit, die beiden Seitenaltäre und jeweils einen Patron. Die Orgel der Kirche wurde 1980 von Fünfbrunnen nach Binsfeld gebracht. 1981 fand die feierliche Einweihung statt. 1994 wurden die alten Glocken und der Glockenstuhl restauriert. 2 neue Glocken wurden installiert.
 1840 weihte Pfarrer Thomas Gregor die erste d.h. die heutige Kapelle ein zu Ehren des heiligen Alphonsus, welcher seither die Kirmes am ersten Sonntag nach dem 2. August bestimmt. Die Kapelle besitzt eine besonders schöne Kommunionbank bestehend aus eleganten Konsolen mit geschnitzten Feldern. Interessant ist auch der Mittelgang mit den Fliesen, die als Motiv zwei Pfaue mit Lebensbaum haben. Im kleinen Glockenturm befand sich bis 1930 nur eine Glocke. Danach wurde eine Glocke aus dem Jahre 1784 aus der Kirche Wilwerdingen übernommen. Nach dem zweiten Weltkrieg war die erste zerstört und wurde 1947 ersetzt.
 Die Kirche in Holler ist Christus dem Erlöser geweiht (Christus-Salvator). Der erste Patron ist der Heilige Thomas. Die Kirche von Holler ist die interessanteste und vollkommenste der alten Dorfkirchen unserer Ardennen. Mit ihrer klaren Masse die Dorfhäuser beherrschend, verwirklicht sie diskrete, ausdrucksvolle und etwas raue Einfachheit, was ja auch die ernste Schönheit dieses Landstrichs ausmacht. Das Äußere der Kirche stellt ein malerisches Ganzes dar, gleichzeitig einladend und ernsthaft. Dieses Merkmal ist vorab dem Turm zuzuschreiben, uralte Bauform, quadratisch und gedrungen, dazu geschaffen, den Stürmen zu widerstehen, die diese Hochebene durchfegen. Der Turm ist der klassische Typ des lothringischen Glockenturms romanischer Epoche. Diese Kirchen wurden Ende des 12. und zu Beginn des 13. Jahrhunderts erbaut. Später war der Glockenturm nicht mehr über dem Chor erbaut, sondern meist an der westlichen Fassade. Somit würde die Holler Kirche in den Anfang des 13. Jahrhunderts hineinreichen, oder vielmehr: es stand zu der Zeit, an demselben Platz ein erstes Kultgebäude, dessen Disposition einen späteren Bau bestimmte. Das Äußere der Kirche lässt die architektonische Schönheit des Innern nicht vermuten. Die Skulpturen in Holler bezeugen ziemlich klar den romanischen Charakter des 12. Jahrhunderts. Die Gotik wird solche Motive an weniger sichtbare Stellen verdrängen, so ans Chorgestühl oder an Kranzleisten. Also müssen wir wahrscheinlich annehmen, dass diese romanische Dekoration dem heutigen spitzbogenförmigen Gebäude vorausgeht. Gab es in Holler eine erste, romanische Kirche? Holler ist ein sehr altes Dorf. Dokumente sprechen schon 893 vom Dorf „Hunlar", das der mächtigen Eifeler Abtei Prüm angehörte und das eine Niederlassung von einiger Wichtigkeit war. In Holler wurden Abgaben zusammengebracht und versammelten sich die Pächter und Verwalter der Umgebung bis nach Bastnach und Houffalize. Es ist also möglich, dass schon damals, zur romanischen Zeit, in Holler eine Kirche stand, gebaut von der Abtei. Übrigens ist die Holler Kirche dem Christus-Salvator geweiht, genauso wie die Abteikirche in Prüm. Dieser Titel wurde besonders zur merowingischen und karolingischen Zeit gebraucht. In den Skulpturen in Holler stellt man sogar den direkten künstlerischen Einfluss von Prüm fest, durch die eindeutige Ähnlichkeit der Masken in Holler mit der Dekoration eines Kapitells in Prüm aus dem 12. Jahrhundert. Wahrscheinlich wurde also die heutige Kirche in Holler wieder erbaut an der Stelle, nach dem Plan und mit den Materialien einer früheren romanischen Kirche, von der man besonders die Kapitelle bewahrte und die Säulen. So wie diese Kirche sich uns heute darbietet, stellt sie ein einmaliges Denkmal in der ganzen Gegend dar, eine Mischung von Romantik und Gotik, bemerkenswert wegen der Bauproportionen und der Verschiedenheit der Skulpturen. (aus: bihob 1971-1981, Artikel von Prof. J.-P. FRANCK) Seelsorger der Pfarrei Holler ist Pfarrer Michel Meyer.
1877 wurde die Kirche in Leithum in einem ähnlichen Stil wie die Kirche in Beiler gebaut. Auch hier dominiert ein restaurierter Barockaltar. Die Hauptpatronin, die Immaculata, steht über dem Tabernakel im Zentrum des Altars. Auffallend noch das kunstreich gemalte Bild der 14 Nothelfern. Seelsorger der Pfarrei Beiler/Leithum ist Pfarrer Michel Meyer.
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